Franchise und Selbstbehalt bei GLP-1: Was du in der Schweiz wirklich zahlst
Auch wenn die Kasse Wegovy übernimmt, tragen Versicherte einen Teil selbst. Wie Franchise und Selbstbehalt funktionieren, was das für die tatsächlichen Kosten bedeutet und wie sich das übers Jahr auswirkt.
Eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse bedeutet in der Schweiz nicht, dass die Therapie gratis ist. Über Franchise und Selbstbehalt tragen Versicherte einen Teil selbst. Wer versteht, wie dieses System funktioniert, kann seine tatsächlichen Kosten realistisch einschätzen und die eigene Versicherung klüger wählen.
Das Schweizer System: Franchise und Selbstbehalt
Die Kostenbeteiligung in der Schweizer Grundversicherung besteht aus zwei Elementen, die nacheinander greifen:
- Die Franchise: Das ist der jährliche Betrag, den Versicherte zuerst vollständig selbst tragen, bevor die Kasse überhaupt zu zahlen beginnt. Die Franchise ist wählbar — von einem gesetzlichen Minimum bis zu einem Maximum. Eine höhere Franchise senkt die Monatsprämie, bedeutet aber höhere Selbstkosten im Krankheitsfall.
- Der Selbstbehalt: Ist die Franchise aufgebraucht, übernimmt die Kasse die weiteren Kosten — aber nicht vollständig. Versicherte tragen einen Selbstbehalt von zehn Prozent der darüber hinausgehenden Kosten, bis zu einem gesetzlich festgelegten jährlichen Maximum.
Was das für eine Wegovy-Therapie bedeutet
Rechnet man das auf eine GLP-1-Therapie um, wird das Zusammenspiel deutlich. Bei einem Pen-Preis von rund 177 Franken und einer Vierwochendosis summieren sich die Jahreskosten auf etwas über 2000 Franken. Von diesen Kosten trägt der Versicherte:
- Zuerst die Franchise: Solange die gewählte Jahresfranchise noch nicht ausgeschöpft ist, zahlt man die Medikamentenkosten selbst.
- Dann den Selbstbehalt: Ist die Franchise aufgebraucht (oft schon durch die regelmässigen Medikamentenkosten), fallen zehn Prozent Selbstbehalt an, bis das jährliche Maximum erreicht ist.
Weil eine GLP-1-Therapie hohe, regelmässige und planbare Kosten verursacht, wird die Franchise bei vielen Betroffenen im Laufe des Jahres ohnehin ausgeschöpft — teils allein durch die Medikamentenkosten.
Die Franchise-Wahl als Stellschraube
Hier ergibt sich eine wichtige planerische Überlegung: Wer absehbar hohe, regelmässige Gesundheitskosten hat — wie bei einer laufenden GLP-1-Therapie —, für den kann eine niedrigere Franchise finanziell günstiger sein. Zwar ist die Monatsprämie dann höher, aber die Kasse springt früher ein, und die Summe aus Prämie und Selbstkosten kann bei hohen erwarteten Kosten niedriger ausfallen als bei einer hohen Franchise. Umgekehrt lohnt sich eine hohe Franchise eher bei geringen erwarteten Gesundheitskosten. Die optimale Wahl hängt von den gesamten erwarteten Kosten des Jahres ab, nicht nur von der GLP-1-Therapie.
Weil ein Franchisewechsel nur zu bestimmten Zeitpunkten möglich ist, lohnt es sich, diese Überlegung rechtzeitig anzustellen — idealerweise vor Beginn eines neuen Versicherungsjahres. Eine individuelle Durchrechnung oder eine Beratung kann helfen, die für die eigene Situation günstigste Variante zu finden.
Die Gesamtkosten realistisch einschätzen
Für eine realistische Planung sollte man alle Komponenten zusammendenken: die Monatsprämie, die Franchise, den Selbstbehalt und die Medikamentenkosten. Erst dieses Gesamtbild zeigt, was die Therapie tatsächlich kostet. Wer diese Zahlen für seine individuelle Situation durchrechnet, vermeidet böse Überraschungen und kann die Therapie finanziell solide planen.
Fazit
Auch bei Kostenübernahme tragen Schweizer Versicherte über Franchise und Selbstbehalt einen Teil der GLP-1-Kosten selbst. Bei einer laufenden Therapie wird die Franchise oft ausgeschöpft, danach fallen zehn Prozent Selbstbehalt bis zum Maximum an. Bei absehbar hohen Kosten kann eine niedrigere Franchise günstiger sein. Die optimale Wahl hängt vom Gesamtbild ab — eine individuelle Durchrechnung lohnt sich. Verbindliche Auskünfte gibt die Krankenkasse.
Grundlage: Systematik der Schweizer Grundversicherung (Franchise/Selbstbehalt), BAG-Spezialitätenliste (Stand Juli 2026). Neutrale Information, keine Versicherungs- oder Arzneimittelberatung, kein Ersatz für die verbindliche Auskunft deiner Krankenkasse.
Häufige Fragen
Was zahle ich bei Wegovy trotz Kostenübernahme selbst?
Auch bei Kostenübernahme durch die Grundversicherung tragen Versicherte in der Schweiz ihren Anteil über Franchise und Selbstbehalt. Zuerst wird die gewählte Jahresfranchise aufgebraucht, danach fallen zehn Prozent Selbstbehalt bis zum jährlichen Maximum an. Wie viel konkret anfällt, hängt von der gewählten Franchise und den übrigen Gesundheitskosten des Jahres ab.
Lohnt sich eine niedrige Franchise bei einer GLP-1-Therapie?
Wer absehbar hohe, regelmässige Medikamentenkosten hat, für den kann eine niedrigere Franchise finanziell günstiger sein, weil die Kasse früher einspringt — allerdings bei höherer Monatsprämie. Die optimale Wahl hängt von den gesamten erwarteten Gesundheitskosten ab. Eine individuelle Durchrechnung oder Beratung ist hier sinnvoll.
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Nicht ärztlich geprüft. Dieser Artikel beruht auf offiziellen Fachinformationen und Studienliteratur, wurde aber nicht von einer medizinischen Fachperson begutachtet. Penday stellt keine Diagnosen und gibt keine Dosierungsempfehlungen. Bei medizinischen Fragen wende dich an deine behandelnde Ärztin oder deinen Arzt. Unsere redaktionellen Standards